Krisen-PR: Bereit für den Ernstfall?
Krisen-PR ist eine enorme Herausforderung für die internen und externen Mitarbeiter eines Unternehmens. Sie ist kaum planbar und erfordert ebenso schnelles wie professionelles Reagieren. Ob Betriebsunfall, Produktrückruf, Kriminalität im Unternehmen oder andere Krisenfälle: Wer falsch reagiert, kann praktisch über Nacht des komplette Vertrauen der Öffentlichkeit verspielen.
Deshalb ist es wichtig, auch ohne konkreten Anlass in regelmäßigen Abständen mögliche Szenarien durchzugehen, Zuständigkeiten festzulegen und angemessene Reaktionsstrategien auszuarbeiten. Dazu sieben praktische Tipps:
- Ernstfall proben. Überlegen Sie, welche Krisen auf Ihr Unternehmen zukommen könnten, und erarbeiten Sie Strategien, die auf die unterschiedlichen Risiken abgestimmt sind.
- Kompetenzen regeln. Wenn die Krise ausgebrochen ist, bleibt keine Zeit für die Organisation von Zuständigkeiten. Legen Sie daher fest, wer in welchen Fällen als Krisenmanager Verantwortung übernimmt, und sorgen Sie dafür, dass die betreffenden Personen über die notwendigen fachlichen und menschlichen Kompetenzen verfügen.
- Sprachregelungen festlegen. In der Krise ist es wichtig, dass ein/e Verantwortliche/r den Sachverhalt einheitlich nach außen kommuniziert. Vermeiden Sie babylonisches Sprachen- und Personenwirrwarr.
- Nicht abtauchen. Auch wenn es äußerst unangenehm ist – in der Krise müssen Sie sich der Öffentlichkeit stellen. Informieren Sie mit klaren Fakten und vermeiden Sie Ausflüchte. Eingestandene Fehler werden schneller verziehen als unprofessionelle Kommunikation.
- Nicht vorgreifen. Wenn Untersuchungen oder Ermittlungen laufen, dann greifen Sie auf keinen Fall den Ergebnissen vor. Zeigen Sie in solchen Phasen Ihre Kooperationsbereitschaft.
- Keine Ablenkungsmanöver. Die Öffentlichkeit hat ein feines Gespür dafür, wenn man jemand anderem die Schuld in die Schuhe schieben will. Solche Manöver schaden am Ende nur dem Verursacher.
- Keine Aggression. In der Krise werden Unternehmenslenker schnell zum Gejagten und fühlen sich als Opfer der oft wenig zimperlichen Presse. Bleiben Sie dennoch sachlich und lassen Sie sich nicht provozieren.
Auch wenn eine Krise immer zunächst negative Auswirkungen auf das Unternehmen hat, so birgt der Umgang mit ihr eine wichtige Chance: Wer sich in schwierigen Zeiten glaubwürdig und unerschrocken der Öffentlichkeit stellt, kann sich damit langfristig Sympathie und Vertrauen erwerben.